Beiträge — Bitcoin Mining & Überschussstrom
EEG & Einspeisung April 2026 · 7 Min. Lesezeit
EEG-VERGÜTUNG LÄUFT AUS: WAS JETZT MIT DEINEM ÜBERSCHUSSSTROM PASSIERT

Tausende PV-Anlagen in Deutschland verlieren ihre garantierte Einspeisevergütung – viele davon bereits seit 2021. Was bleibt danach? Kaum etwas: Der Marktwert liegt oft unter 3 Cent pro Kilowattstunde. Bitcoin Mining bietet eine echte Alternative – und kann den Überschussstrom deutlich wertvoller machen.

Was ist die EEG-Einspeisevergütung – und wann endet sie?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) trat am 1. April 2000 in Kraft und garantierte Betreibern von Solaranlagen über 20 Jahre lang einen festen Preis für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde. Egal ob der Strommarkt gut oder schlecht lief – der Einspeisetarif war sicher. Die 20-Jahres-Frist beginnt ab dem Datum der Inbetriebnahme. Für Anlagen, die im Jahr 2000 ans Netz gingen, endete die Garantie damit am 31. Dezember 2020. Anlagen aus 2001 folgen Ende 2021, aus 2002 Ende 2022 – und so weiter. Die Zahl der betroffenen Anlagen wächst jedes Jahr: Laut Bundesverband Solarwirtschaft waren 2025 bereits über 40.000 Anlagen ohne Vergütung, 2026 werden es knapp 70.000 sein. Die wirklich große Welle kommt noch – Anlagen aus den gut ausgebauten Jahren 2004 bis 2012 verlieren ihre Vergütung zwischen 2024 und 2032. (Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft / Clearingstelle EEG)

~70.000
PV-Anlagen ausgefördert bis Ende 2026 (Quelle: BSW Solar)
2–4 ct
Marktwert Solar nach EEG-Ablauf (Ø)
8,2 ct
Neuer EEG-Tarif <10 kWp (2024)

Was passiert nach Ablauf der Vergütung?

Wer heute noch unter der alten EEG-Garantie läuft, erhielt ursprünglich rund 50 Cent pro Kilowattstunde – im Jahr 2004 sogar bis zu 57,4 Cent/kWh für kleine Dachanlagen. Ein Tarif, der in dieser Höhe nie wieder kommen wird. (Quelle: Solarenergie-Förderverein Deutschland / IWR) Nach dem Auslaufen gibt es drei Optionen:

  • Weiterbetrieb mit Marktwertabrechnung: Der Strom wird zu aktuellen Börsenpreisen vergütet. Das klingt gut – aber der sogenannte „Marktwert Solar" lag 2024 und 2025 regelmäßig unter 4 Cent/kWh, an manchen Tagen sogar im negativen Bereich.
  • Eigenverbrauch erhöhen: Strom selbst nutzen ist immer die beste Option – setzt aber Verbrauch im eigenen Betrieb oder Haushalt voraus, der nicht immer vorhanden ist.
  • Stromspeicher nachrüsten: Sinnvoll, aber teuer. Und auch ein Speicher kann nur das aufnehmen, was der Eigenverbrauch nicht aufnimmt.
Das Netz-Problem: Einspeisemanagement nach §14 EnWG Netzbetreiber dürfen Einspeiseanlagen – also auch PV-Anlagen – bei lokaler Netzüberlastung nach §14 EnWG (Einspeisemanagement) aktiv drosseln oder abregeln. Betreiber erhalten dafür zwar eine Entschädigung (80 % der entgangenen Vergütung), verlieren aber trotzdem produzierten Strom ohne vollen Ausgleich. Besonders in ländlichen Regionen mit starker PV-Dichte und schwachen Netzleitungen kommt das immer häufiger vor. Hinweis: §14a EnWG regelt dagegen steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen und Wallboxen – eine häufig verwechselte Regelung. (Quelle: Bundesnetzagentur)

Neue Anlagen: Auch hier sinken die Tarife stark

Wer heute eine neue PV-Anlage installiert, erhält für den eingespeisten Strom bei Anlagen unter 10 kWp nur noch 8,2 Cent pro Kilowattstunde (Stand: 2024). Zum Vergleich: Der Haushaltsstrompreis liegt bei 28–35 Cent, der Gewerbestrompreis bei 18–25 Cent. Das bedeutet: Selbst genutzter oder anderweitig verwerteter Strom ist drei- bis viermal so wertvoll wie eingespeister Strom.

Bitcoin Mining als direkte Stromverwertung

Genau hier setzt Bitcoin Mining an. Anstatt Strom für 3–8 Cent ins Netz zu speisen, wird die Energie direkt in einen ASIC-Miner (spezielle Bitcoin-Mining-Hardware) geleitet. Der Miner rechnet rund um die Uhr – und erzeugt dabei Bitcoin. Der wirtschaftliche Vorteil:

  • Der Überschussstrom bleibt im eigenen Betrieb und wird voll genutzt
  • Bitcoin als Ertrag ist nicht an den deutschen Strommarktpreis gebunden
  • Keine Netzbelastung, kein Einspeisemanagement, keine Drosselung durch den Netzbetreiber
  • Der Miner kann flexibel an- und abgeschaltet werden – passend zur Produktion der Anlage
Rechenbeispiel: 5.000 kWh Überschuss pro Jahr Bei 5.000 kWh jährlichem Überschuss und einem Marktwert von 3 ct/kWh ergibt sich eine Einnahme von 150 € pro Jahr. Ein effizienter Miner (z. B. Antminer S21, 3,5 kW) könnte mit demselben Strom, je nach aktuellem Bitcoin-Kurs und Netzwerk-Difficulty, ein Vielfaches davon erwirtschaften. Im persönlichen Gespräch rechnen wir das für deine Anlage konkret durch.

Was ist mit dem Restbetrieb alter Anlagen?

Viele Anlagen aus dem Jahr 2000–2006 sind technisch noch voll funktionsfähig. Die Panels haben oft noch 15–20 Jahre Restlaufzeit. Der Wegfall der EEG-Vergütung bedeutet nicht das Ende des Betriebs – sondern den Zwang, eine neue Verwertungsstrategie zu finden. Bitcoin Mining ist dabei keine Übergangslösung, sondern ein dauerhafter Ansatz, der mit jeder weiteren Anlage skaliert.

Deine EEG-Vergütung läuft bald aus?Ich schaue mir deine Situation kostenlos an und zeige dir, wie viel Potenzial in deinem Überschussstrom steckt.

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Praxis & Wärme April 2026 · 9 Min. Lesezeit
SO FUNKTIONIERT BITCOIN MINING IN DER PRAXIS – UND WIE DIE ABWÄRME IN DER LANDWIRTSCHAFT DOPPELT NUTZT

Bitcoin Mining klingt kompliziert – ist es aber nicht. Ein ASIC-Miner ist im Grunde ein hochspezialisierter Rechner, der Strom in Bitcoin und Wärme umwandelt. Genau diese Wärme ist für Landwirte, Stallbetreiber und Gewächshausproduzenten besonders wertvoll. Ein vollständiger Praxisbericht.

Was ist Bitcoin Mining überhaupt?

Bitcoin funktioniert ohne zentrale Bank oder Behörde. Stattdessen sichert ein weltweites Netzwerk aus Computern die Transaktionen – durch das sogenannte „Proof of Work"-Verfahren. Jeder, der dabei mitmacht, heißt Miner. Die Aufgabe: Löse eine komplexe mathematische Berechnung schneller als alle anderen Teilnehmer im Netz. Wer zuerst die Lösung findet, erhält eine Bitcoin-Belohnung (aktuell 3,125 BTC pro Block) – und darf den nächsten Block zur Blockchain hinzufügen.

Früher reichte dafür ein normaler PC. Heute werden ausschließlich sogenannte ASIC-Miner eingesetzt (Application-Specific Integrated Circuit) – Hochleistungsgeräte, die ausschließlich für Bitcoin-Mining gebaut wurden. Sie sind extrem effizient, sehr leistungsfähig – und erzeugen dabei viel Wärme.

Wie läuft das in der Praxis ab?

Die meisten Betreiber schließen sich einem sogenannten Mining-Pool an. Dabei bündeln viele Miner ihre Rechenleistung – und teilen die Erträge proportional auf. Das sorgt für regelmäßige, planbare Auszahlungen, anstatt auf den seltenen „Treffer" zu warten. Die ausgezahlten Bitcoin landen direkt in einer Hardware-Wallet des Betreibers – kein Dritter hat Zugriff.

Die technische Einrichtung ist überschaubar: Miner per Netzwerkkabel ans Heimnetz, im Browser die Pool-Zugangsdaten eingeben, starten. Bei wassergekühlten Systemen kommt noch der Anschluss an den Wasserkreislauf hinzu – das klingt aufwendig, ist aber mit einer einmaligen Installation erledigt.

24/7
Betrieb möglich – vollautomatisch
60–90°C
Wassertemperatur bei Immersion-Kühlung
>98%
des Stroms wird in Wärme umgewandelt

Die Abwärme: Das zweite Standbein des Ertrags

Strom wird in einem ASIC-Miner nicht vernichtet – er wird umgewandelt. Über 98 % der eingesetzten Energie werden letztlich zu Wärme. Bei luftgekühlten Geräten ist das heiße Luft (50–70 °C), die man z. B. für Raumheizung oder Trocknungsprozesse nutzen kann. Bei wassergekühlten Systemen entsteht Heißwasser zwischen 60 und 90 °C – in Qualität und Temperatur vergleichbar mit einer Gasheizung.

Anwendungsbeispiele in der Landwirtschaft

  • Stallheizung: Ferkel, Kälber und Geflügel brauchen besonders in den ersten Lebenswochen konstante Wärme (20–32 °C). Statt Gasheizung oder Infrarotlampen kann Abwärme aus dem Miner über Fußbodenheizung oder Wandheizkörper genutzt werden – ohne zusätzliche Energiekosten.
  • Gewächshaus: Pflanzenwachstum benötigt gleichmäßige Temperaturen. Abwärme-betriebene Heizkreisläufe im Gewächshaus verlängern die Anbausaison erheblich – besonders in den Übergangsmonaten Frühjahr und Herbst.
  • Biogasanlage: Fermentationsprozesse in Biogasanlagen brauchen konstant 38–42 °C. Diese Wärme muss normalerweise teuer erzeugt werden. Ein Miner, der Heißwasser auf diesem Niveau liefert, spart direkte Betriebskosten.
  • Trocknung von Getreide, Heu oder Holz: Warme Trocknungsluft aus dem Miner kann für Getreide- oder Holztrocknung genutzt werden. Gerade im Herbst, wenn Trocknungsanlagen viel Energie ziehen, kann das die Energierechnung deutlich senken.
  • Warmwasserversorgung: Duschen in Betrieben, Waschräume, Reinigungsanlagen – überall dort, wo Warmwasser gebraucht wird, kann die Miner-Abwärme über einen Pufferspeicher eingespeist werden.
  • Beheizung von Werkstätten oder Lagerräumen: Auch für gewerbliche Liegenschaften ist die Abwärme nutzbar – z. B. für frostfreie Lagerung empfindlicher Güter oder als Hallenheizung.
Wichtig: Kühlung muss funktionieren Damit der Miner dauerhaft und sicher läuft, muss die erzeugte Wärme zuverlässig abgeführt werden. Beim wassergekühlt betriebenen System geschieht das über einen Kühlkreislauf – der gleichzeitig das nutzbare Heißwasser liefert. Ohne funktionierende Kühlung schaltet sich der Miner zum Schutz automatisch ab. Die Installation sollte daher fachgerecht geplant werden.

Was kostet das – und wann rechnet es sich?

Die Einstiegsinvestition hängt von der Anlage und dem gewünschten Gerät ab. Einfache luftgekühlte Miner gibt es ab ca. 1.500–3.000 €, professionelle wassergekühlt betriebene Systeme ab ca. 5.000–12.000 €. Dazu kommen Installationskosten für Wasseranschluss und Elektrik.

Der Amortisationszeitraum hängt stark vom Bitcoin-Kurs und der Netzwerk-Difficulty ab – und lässt sich daher nicht pauschal nennen. Was sich aber sagen lässt: Wer Überschussstrom hat, der sonst zu 2–8 Cent ins Netz geht, hat strukturell sehr günstige Bedingungen. Dazu kommt der Wärmevorteil: Gesparte Heizkosten sind sofort und kalkulierbar – unabhängig vom Bitcoin-Kurs.

Für wen lohnt sich das besonders?

  • Landwirte mit PV-Anlage und Wärmebedarf im Stall oder Gewächshaus
  • Betriebe, deren EEG-Vergütung ausläuft oder ausgelaufen ist
  • Unternehmen mit hohem Eigenstrombedarf und regelmäßigem Überschuss
  • Betreiber von Biogasanlagen mit Bedarf an Prozesswärme
  • Alle, die ihren Strom sinnvoll verwerten wollen, anstatt ihn verschenkt einzuspeisen

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